Die Stadt Rottenburg am Neckar bildet mit gut 42.000 Einwohnern ein mittleres Zentrum im Landkreis Tübingen. Die Entfernung nach Tübingen in nordöstlicher Richtung beträgt etwa 12 km, weiter nach Stuttgart sind es ca. 50 km. 1972 wurde sie zur Großen Kreisstadt und steht heute mit den Gemeinden Neustetten, Hirrlingen und Starzach in einer Verwaltungsgemeinschaft.
Die schon in frühgeschichtlicher Zeit besiedelte Ortschaft erlebte ihre erste Blütezeit als bedeutende Römerstadt. Wahrscheinlich im Jahr 98 n. Chr. wurde die römische Siedlung Sumelocenna gegründet, die im 2. Jahrhundert sogar zur Bezirkshauptstadt mit einem Einzugsgebiet des ganzen mittleren Neckarlandes aufstieg. Die Stadt, die mit mehreren vornehmen Bädern ausgestattet war und über ein Aquädukt mit Quellwasser gespeist wurde, gehört zu den wenigen Siedlungen in Süddeutschland, die die Römer mit einer Stadtmauer absicherten. Im Zuge der alemannischen Eroberung 258/259 n. Chr. wurde Sumelocenna fast vollständig zerstört und in den folgenden Jahrhunderten dem Verfall überlassen, während sich etwas weiter östlich neue Siedlungen bildeten. Erst um 1280 gründete Graf Albrecht II von Hohenberg auf dem Gebiet die Stadt Rottenburg, die im 15. Jahrhundert zum kulturellen Zentrum aufstieg, als Mechthild von der Pfalz sich dort niederließ und zahlreiche Literaten, Musiker und Künstler um sich scharte. Im 17. und 18. Jahrhundert zerstörten zwei Brände einen Großteil der Kernstadt, in der daher heute das Bild barocker Bebauung vorherrscht.
Neben dem Wahrzeichen Rottenburgs, dem im 15. Jahrhundert errichteten Dom St. Martin, prägen eine Vielzahl weiterer Kirchen und Kapellen aus dem 13. bis 18. Jahrhundert das Stadtbild. Die Stiftskirche St. Moriz, die Kirche St. Johann Baptist und die Wallfahrtskirche St. Marien sind Zeugnisse einer langen katholischen Tradition der Stadt, die 1821 zum Bischofssitz erkoren wurde. Erst Mitte des 19. Jahrhundert siedelten sich auch Protestanten an und errichteten ihre erste evangelische Kirche. Die Sankt-Remigius-Kapelle, die im Volksmund Wurmlinger Kapelle genannt wird, inspirierte 1805 Ludwig Uhland zu seinem als Volkslied bekannt gewordenen Gedicht "Droben stehet die Kapelle".
Beliebte Ausflugsziele sind die Ruine der im 11. Jahrhundert erbauten Weilerburg mit einem Aussichtsturm, dem "Sieges- und Minnesängerdenkmal", und die schwäbische Pforte, die "Puerta suevica", auf dem Neckar. In den drei Museen Rottenburgs lassen sich sowohl sakrale Kunst als auch Ausgrabungsstücke der Römerzeit besichtigen. Das Diözesanmuseum und das Stiftsmuseum in der Morizkirche beherbergen kirchliche Kunstschätze aus der Zeit der Christianisierung bis ins 18. Jahrhundert. Das römische Stadtmuseum, das zum Teil um die antiken Ausgrabungsstätten herum angelegt wurde, gewährt interessante Einblicke in das Alltagsleben zur Römerzeit.
| Datum der Volkszählung | Bevölkerung | Veränderung |
| 31. Dez. 2008 | 42.655 | |
| 31. Dez. 2006 | 42.819 | |
| 31. Dez. 2005 | 42.861 | |
| 31. Dez. 2000 | 41.336 | |
| 31. Dez. 1995 | 39.689 | |
| 31. Dez. 1990 | 36.006 | |
| 27. Mai. 1987 | 33.108 | |
| 31. Dez. 1980 | 31.770 | |
| 31. Dez. 1975 | 30.583 | |
| 27. Mai. 1970 | 12.965 | |
| 6. Jun. 1961 | 10.786 | |
| 13. Sep. 1950 | 9.446 | |
| 17. Mai. 1939 | 7.750 | |
| 16. Jun. 1933 | 7.654 | |
| 16. Jun. 1925 | 7.652 | |
| 1. Dez. 1910 | 7.604 | |
| 1. Dez. 1900 | 7.027 | |
| 1. Dez. 1880 | 7.136 | |
| 1. Dez. 1871 | 6.145 | |
| 1861 | 5.996 | |
| 1849 | 6.829 | |
| 1834 | 6.356 | |
| 1810 | 4.620 | |
| 1764 | 3.158 | |
| 1681 | 2.875 | |
| 1581 | 2.750 | |
| 1394 | 3.768 | Nicht vergleichbar |